Das Systemagazin diskutiert anlässlich der Mitgliederversammlung der Systemische Gesellschaft in Berlin mit dem Thema „Qualität“ die Frage: „Wenn wir in systemischer Theorie und Praxis Kriterien für das bilden wollen, was als gewünschte Qualität systemischen Arbeitens bezeichnet werden mag, welche könnten das sein?“
In dem Beitrag werden dann Gütekriterien aus der Psychotherapie vorgeschlagen: Nutzen, Schönheit und Respekt. Die Begründung dort lautet: „Therapeutische Interventionen sollten im Hinblick auf das Ziel nützlich, bezüglich der Form schön und bezüglich der darin vermittelten menschlichen Haltung respektvoll sein. Diese drei systemisch abgeleiteten Kriterien können jeder professionellen Form zwischenmenschlicher Tätigkeit zugrunde gelegt werden. Sie begründen eine systemische Haltung.“ (Kurt Ludewig: Einführung in die theoretischen Grundlagen der systemischen Therapie, Heidelberg 2005 , S. 107)
Wären Nutzen, Schönheit und Respekt nicht auch passende Gütekriterien für kirchliche Arbeit. Nicht dass kirchliche Arbeit nicht auch diese Kriterien erfüllen würde, aber vielleicht wäre es besonders schön dies auch zu benennen und bei aller Diskussion um Messzahlen, Eckdaten und Besucherzahlen kommen mir manchmal qualitative Kriterien zu kurz.
Ich würde gerne in einer Kirche arbeiten, die ihren Auftrag und ihre Ziele unter den qualitativen Gesichtspunkten von Nutzen, Schönheit und Respekt versieht.
Ihr Vikar Rode Zimmermann-Stock